Honduras 2023 (2)


Tag 4 – 21.09. 2023

Cupping Training, unpassierbare Straßen und ein gemütliches Abendessen

Wie am Tag zu vor begann, mein Tag, mit dem für mich besten Frühstück in Honduras.
Im Anschluss ging es mit Kristel der Cousine von Lennon zum Benefico Humedo. Die gerade einmal 18-jährige Kristel steht kurz vor ihrem letzten Examen im Cupping beim honduranischen Kaffeeinstitut Ihcafe. Zufällig werden bei diesem Examen Naturals verkostet. Da ich noch keinen konkreten Plan für heute hatte, war klar, was ich heute Vormittag tun würde: Gemeinsam mit Kristel und Lennon Kaffees verkosten.
Der Weg zum Benefico Humedo war nach dem gestrigen Regen in dem alten Pickup Toyota von Lennon die reinste Offroad-Tour. Der Bus, der sonst aus den umliegenden Dörfern die Leute nach Marcala fährt, hätte nicht die geringste Chance bei diesem Schlamm und zerklüfteten Weg gehabt. Stattdessen wurde ein großer Laster mit Ladefläche genutzt. In Hamburg würde man damit Steine oder anderes Baumaterial transportieren, hier Menschen. Doch ohne diese Möglichkeit wäre der Verzicht des Besuches in Marcala oder ein sehr beschwerlicher und langer Fußweg die Alternative gewesen. Der Regen hatte auch im Benefico Seco dafür gesorgt, dass kein schwerbeladener Truck oder gar ein Container noch den Weg zum Lager passieren könnte.

Im modernen Cuppinglabor war alles wie immer.
Während die beiden die Kaffees für die Verkostung rösteten, machte ich meine Runde in den Büros und begrüßte alle. All jene, mit denen ich maximal in den letzten Wochen, wegen Import per Mail kommuniziert hatte oder die ich seit Mai oder seit über drei Jahren nicht gesehen hatte.

Das Cupping verlief super. Ich bin mir sehr sicher, Honduras wird in Kürze eine neue begeisterte Cupperin haben. Sie wird hoffentlich, wie so viele andere, dafür sorgen, dass die harte Arbeit der Produzent*innen auf den verschiedenen Märkten wertgeschätzt und gerecht bezahlt wird.

Im Anschluss ging es zurück ins Zentrum von Marcala und ins Hotel. Hier warteten viele Mails und Kommunikation mit Ecuador auf mich. Zwischendurch immer wieder Whatsapp mit Freund*innen und Bekannten hier vor Ort und die Suche nach einem Ort und Zeit für ein Treffen.
Im Handumdrehen war es Abend und innerhalb von 10 Minuten war ich abholbereit und voller Freude auf einen gemeinsamen Abend mit Oscar Omar Alonzo und Rodolfo. Wie am Vortag regnete es wieder in Strömen. Die Begrüßung viel wie immer stürmisch aus und voller Enthusiasmus erzählte Oscar von seiner Reise nach Kolumbien und seiner Teilnahme an der Kaffeemesse PRF (Producer & Roaster Forum).
Ich hatte noch kurz vor meiner Reise überlegt, selbst die Messe zu besuchen und über Kolumbien nach Honduras zu reisen, aber dafür war leider unser Quijote Kalender zu voll.
Oscar zeigt mir noch im Auto Fotos seiner Präsentation. Des Weiteren wurde Oscar in einem Bus auf eine Frau aufmerksam, die in einer anderen Sprache mit jemanden redete. Er vermutete, dass sie aus Deutschland oder Frankreich kam, kurzerhand sprach er sie an, sie stellte sich als Deutsche vor und prompt erzählte er ihr Stolz, dass er für Quijote Kaffee in Hamburg sehr leckeren Kaffee produziert. Was könnten wir uns mehr wünschen bei Quijote als Produzent*innen, die auf Reisen, proaktiv Werbung für sich und Quijote machen.
Die letzten Meter zum Haus von Rodolfo waren für uns nur passierbar, nachdem einige große Steine in den ausgeschwemmten Weg gelegt wurden und so die Reifen etwas mehr Grip hatten.
Wie bestellt hörte der Regen beim Öffnen der Autotür auf und wir konnten es uns auf der Terrasse mit Rodolfo und seiner Familie gemütlich machen.
Leckeres Essen und Wein aus Honduras sorgten für einen tollen Ausgang des Tages und machten die begrenzte, gemeinsame Zeit umso schöner.