Direkter Handel nach Quijote Art


 

Unser Quijote Kaffee-Kollektiv ist seit 2010 Pionier des sogenannten „Direkten Handels". Ganz allgemein steht dieser Begriff in der Kaffeebranche für den Einkauf des Rohkaffees direkt von den Produzent*innen. Damit soll eine enge Beziehung zwischen den Produzent*innen in den Ursprungsländern und den Röstereien etabliert werden.

 

Viele Röstereien in Deutschland werben mit dem Begriff „Direkter Handel“, allerdings ohne zu erklären, was sie darunter verstehen. Dieser Begriff ist nicht einheitlich definiert und kann daher in die Irre leiten. Im Sinne unserer Transparenzziele wollen wir daher unser Verständnis von „Direktem Handel“ erläutern.

 

 

 

Handel mit kleinbäuerlichen Gemeinschaften

 

 

Im Gegensatz zur Mehrheit in der Kaffeebranche importieren wir für unser Sortiment weder von Einzelfarmer*innen noch von großen Farmen, denn uns ist neben der sehr hohen Qualität des Kaffees auch eine breite Verteilung von Wissen und Wohlstand sehr wichtig. Und dies wird unserer Meinung nach durch den direkten Handel mit Produzent*innengemeinschaften verstärkt gefördert. Außerdem entsprechen Kooperationsmodelle wie Kollektive oder Kooperativen auch unserem Anspruch nach möglichst demokratischen Strukturen.

 

 

 

Langfristige Beziehungen und Vertrauen

 

 

Der zentrale Ausgangspunkt unserer Arbeit und unseres Handwerks sind die direkten Beziehungen zwischen Menschen. Nur durch kontinuierlichen, regelmäßigen Austausch und persönliche Treffen ist es möglich, eine auf Vertrauen basierende Beziehung aufzubauen und auch aufrechtzuerhalten.

 

Insbesondere die 500-jährige koloniale Geschichte erlaubt es nicht, dieses Vertrauen als von vornherein gegeben oder als selbstverständlich zu betrachten. Es wäre naiv und anmaßend zu denken, als europäische Kaffeeimporteur*in von den Kaffeeproduzent*innen in den Ursprungsländern ohne Vorurteile betrachtet werden zu können.

 

Wir sind ein bis zweimal pro Jahr persönlich bei jeder unserer zehn Partnerkooperativen vor Ort und pflegen mit den meisten unserer Produzent*innen mittlerweile eine zehnjährige Geschäftsbeziehung.

 

Neben der damit einhergehenden gegenseitigen Loyalität ist es uns so möglich, auch komplexe Projekte gemeinsam zu realisieren. Ein sehr gutes Beispiel ist unser „Natural-Projekt" mit der Kooperative COMSA in Honduras. Hier arbeiten wir seit vielen Jahren Hand in Hand mit unseren Partner*innen persönlich vor Ort zusammen. Dadurch gelingen uns bis dahin im kleinbäuerlich-biologischen Kaffeeanbau unvorstellbar hohe Kaffeequalitäten.

 

 

 

 

Garantierte Mindestpreise und Mindestmengen

 

Um unseren Partnerkooperativen langfristige Perspektiven aufzuzeigen, garantieren wir für alle Rohkaffees einen Mindestpreis. Dieser liegt momentan bei 310 US$ pro Zentner Rohkaffee (der unter dem Zertifikat „Fair" gehandelte Kaffee garantiert 190 US$) bei tendenziell steigenden Abnahmemengen. Für Qualitäten, die höher sind als unsere Mindestanforderung von 84 bis 85 sogenannten SCA (Specialty Coffee Association)-Punkten zahlen wir ebenso zusätzliche Prämien, z.B.  für besonders aufwendige Aufbereitungsverfahren. Durch diese Garantien bieten wir unseren Partnerkooperativen Investitions- und Planungssicherheit.

 

 

 

Direkte und zinsfreie Finanzierung

 

In jedem Kaffeeanbauland ist es deutlich schwieriger, günstige Kredite zu bekommen als in Deutschland. Daher übernehmen wir als Kollektiv die zinsfreie Finanzierung der Ernte in den ca. sechs Monaten zwischen Vertragsabschluss und der Lieferung des Kaffees. Wir zahlen konkret 60 % bei Unterzeichnung des Vertrages und die übrigen 40 % bei Erhalt der Verschiffungspapiere.

 

Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, hier Verantwortung und das Risiko zu übernehmen. Leider ist dies in unserer Branche eine absolute Seltenheit.

 

 

 

Gemeinsame Qualitätskontrolle

 

Unser Ziel sind außergewöhnlich gute und regionaltypische Kaffees in einer tendenziell immer weiter steigenden Qualität. Die meisten unserer Partnerkooperativen haben heute sehr gut ausgebildete und mit uns kalibrierte Verkoster*innen. So ist es für uns möglich, eine „gemeinsame Sprache" in Bezug auf die sensorische Kaffeequalität zu sprechen. Wir besprechen unsere Wünsche mit den Kooperativen und analysieren jede Ernte und jeden Import als Quijote Kollektiv gemeinsam mit den Verkoster*innen im Ursprungsland.

 

 

 

Eigener Import

 

 

Wir haben eine eigene Importabteilung und arbeiten direkt mit Schifffahrtsunternehmen zusammen. Wir übernehmen die jeweilige Ernte von unseren Partnerkooperativen im Verschiffungshafen der Ursprungsländer und kümmern uns um den Transport der Waren nach Hamburg.

 

 

 

 

Transparenz

 

Da wir unsere Kaffees vom Anbau über den Transport in die Rösterei bis in die Verpackung sehr eng begleiten, wissen wir über jeden einzelnen Vorgang auf diesem Weg sehr genau Bescheid und können so auch unserem Anspruch nach völliger Transparenz gerecht werden. Wir veröffentlichen alle relevanten Daten, Informationen und Zahlen.

 

 

 

Förderung des biologischen Anbaus

 

Alle unsere Partner*innen sind bio-zertifiziert (die ecuadorianischen Robustakooperativen sind Chakra-Zertifiziert), alle produzieren ökologisch nachhaltig, wir unterstützen die Zertifizierung für alle Partner*innen ohne Zertifikat.