Reisebericht aus Peru
Zu Besuch bei Cenfrocafe
Auch in diesem Jahr führt uns unsere Reise nach Nordperu zu unserer langjährigen Partnergenossenschaft Cenfrocafe. Der persönliche Austausch mit den Produzent:innen und den Mitarbeitenden vor Ort ist für uns ein wichtiger Bestandteil unserer Zusammenarbeit und bietet jedes Jahr neue Einblicke in die aktuelle Ernte und die Entwicklungen innerhalb der Genossenschaft.
Die ersten Tage
Bei unserem Besuch in der Zentrale und der Verarbeitungsanlage konnten wir die Erntezeit hautnah erleben. Besonders beeindruckend ist es, die vielen Arbeitsschritte zu sehen, die notwendig sind, bevor ein Kaffee seinen Weg nach Deutschland findet. Von der Anlieferung über die Qualitätskontrolle bis hin zur Aufbereitung und Lagerung – hinter jedem Sack Kaffee steckt eine enorme Menge an Wissen, Erfahrung und Engagement.
Besonders gefreut hat uns auch, dass der Bereich für die Verarbeitung von Honey-Mikrolots nach mehreren Jahren wieder in Betrieb genommen werden konnte. Dort entstehen derzeit spannende Kaffees mit vielversprechenden Tassenprofilen, die wir in den kommenden Tagen noch genauer kennenlernen werden.
Besuch bei Andina Coffee
Ein weiterer Schwerpunkt unserer Reise war der Austausch mit den Produzentinnen von Andina Coffee, einem Frauenprojekt innerhalb von Cenfrocafe.
Gemeinsam haben wir einen Workshop durchgeführt, bei dem wir über die Reise ihres Kaffees gesprochen haben – von den Bergen Nordperus bis zu den Menschen, die ihn später in Deutschland genießen. Für viele der Teilnehmerinnen ist es besonders spannend zu erfahren, welchen Weg ihr Kaffee nach der Ernte nimmt und wie er schließlich bei Quijote Kaffee angeboten wird.
Natürlich durfte auch die Verkostung ihres eigenen Kaffees „Warmi Ayni“ nicht fehlen. Gemeinsam haben wir den Kaffee als V60 aufgebrüht und verkostet. Es war ein besonderer Moment zu sehen, mit welchem Stolz die Produzentinnen ihren eigenen Kaffee probierten und sich über das Ergebnis ihrer Arbeit austauschten.
Neben dem fachlichen Teil stand vor allem das Miteinander im Mittelpunkt. Durch verschiedene gemeinsame Aktivitäten hatten die Frauen die Möglichkeit, sich auszutauschen und als Gruppe noch stärker zusammenzuwachsen. Viele von ihnen leben weit voneinander entfernt und begegnen sich nur selten. Umso schöner war es zu erleben, wie viel Offenheit, Vertrauen und gegenseitige Unterstützung innerhalb der Gruppe entstanden sind.
Besonders berührend war die spürbare Begeisterung und Motivation der Teilnehmerinnen. Solche Begegnungen zeigen, wie wichtig Projekte wie Andina Coffee sind – nicht nur für die Qualität des Kaffees, sondern auch für die Stärkung der Rolle von Frauen innerhalb der Kaffeeproduktion.
Die ersten Tage unserer Reise haben uns erneut gezeigt, dass Kaffee weit mehr ist als ein Handelsprodukt. Hinter jeder Tasse stehen Menschen, Geschichten und Partnerschaften, die über viele Jahre gewachsen sind. Genau diese Verbindungen machen den Direkthandel für uns so wertvoll. Wir freuen uns darauf, euch in den kommenden Tagen weitere Eindrücke von unserer Reise durch Peru zu teilen.
Von der Farm ins Labor
Die vergangenen Tage führten mich von den Kaffeeplantagen in den Bergen Cajamarcas bis in die Labore von Cenfrocafe und gaben mir einen spannenden Einblick in die vielen Schritte, die die Qualität eines Kaffees prägen.
Bei einem Besuch auf der Farm von Doña Lidia konnte ich mir ein Bild von den aktuellen Bedingungen während der Ernte machen. Auf über 1.700 Metern Höhe wachsen hier Kaffees mit großem Qualitätspotenzial. Gleichzeitig wurde deutlich, wie stark die Arbeit der Produzent:innen von äußeren Faktoren beeinflusst wird. Das Wetter spielt in dieser Phase eine entscheidende Rolle, und jede Ernte bringt neue Herausforderungen mit sich. Umso beeindruckender ist das Engagement, mit dem viele Produzent:innen Jahr für Jahr daran arbeiten, die Qualität ihrer Kaffees weiter zu verbessern.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Qualitätskontrolle. Im Cupping-Labor von Cenfrocafe konnte ich den Weg des Kaffees nach der Anlieferung verfolgen. Hier werden täglich zahlreiche Proben verkostet, bewertet und miteinander verglichen. Die Verkostung ist ein zentraler Bestandteil der Qualitätsarbeit und hilft dabei, die besonderen Eigenschaften jedes Kaffees sichtbar zu machen.
Besonders spannend war es für mich zu erleben, wie viel Wissen, Erfahrung und Präzision hinter diesen Prozessen stecken. Von der physischen Analyse der Bohnen bis zur sensorischen Bewertung in der Tasse trägt jeder Schritt dazu bei, die Qualität eines Kaffees besser zu verstehen und weiterzuentwickeln.
Fazit
Zum Abschluss meines Aufenthalts blieb auch Zeit für persönliche Gespräche und den Austausch mit den Menschen hinter den Kulissen. Solche Begegnungen erinnern mich immer wieder daran, dass Kaffee weit mehr ist als ein Produkt. Hinter jeder Tasse stehen Menschen, deren tägliche Arbeit, Leidenschaft und Fachwissen den Grundstein für die Kaffees legen, die später ihren Weg zu uns finden.
Mit vielen neuen Eindrücken, wertvollen Gesprächen und einer noch tieferen Wertschätzung für die Arbeit unserer Partner:innen endet mein diesjähriger Besuch bei Cenfrocafe.
Die vergangenen Tage haben mir einmal mehr gezeigt, wie viel Wissen, Engagement und Leidenschaft hinter jedem einzelnen Kaffee stehen. Vom Einsatz der Produzent:innen auf den Farmen über die sorgfältige Qualitätsarbeit im Labor bis hin zur Zusammenarbeit innerhalb der Genossenschaft – all diese Menschen tragen dazu bei, dass besondere Kaffees entstehen können.
Ich bedanke mich herzlich bei dem gesamten Team von Cenfrocafe für die Offenheit, die Gastfreundschaft und die vielen Einblicke, die ich während meines Aufenthalts gewinnen durfte. Solche Begegnungen machen deutlich, warum langfristige Partnerschaften für uns so wichtig sind.
Filterkaffee "Warmi Ayni"
Dieser Filterkaffee stammt von unseren Partner*innen der Kooperative CENFROCAFE in Peru von der Gazelle in diesem Reisebericht erzählt. Dieses Lot kommt von Andina Coffee, ein gemeinsames Kaffeeprojekt von Kaffeebäuerinnen im Norden Perus, die sich innerhalb unserer Partnerkooperative CENFROCAFE organisiert haben. Andina Coffee wächst mit der Vision, sich als Marke mit Herkunft, Geschichte und Engagement für Geschlechtergerechtigkeit in der Welt des Kaffees zu etablieren. Jede Tasse erzählt die Geschichte mutiger Frauen, die Hoffnung in den Bergen Perus anbauen.