Tag 5 27.01.2016

Frühstück in Coatepeque / Strom gibt es hier nur aus dem Genarator aktuell
Frühstück in Coatepeque / Strom gibt es hier nur aus dem Genarator aktuell

 

Heute müssen wir mal früh raus und zwar um 5:30 Uhr. Im Gegensatz zu Pingos Reisen darf ich meistens recht lange (8:00 Uhr) schlafen.

 

Heute steht das Cupping bei Anacafe an. Wir fahren mit zwei Autos und insgesamt 6 Socios und Genaros Neffen Galindo.

 

Gestern ist der Strom ausgefallen in Quadepecke, wir haben gestern mit Jose vereinbart, dass falls der Genarator, der schon bei Anacafe ist, nicht reicht, Quijote einen weiteren bezahlt, damit das Cupping stattfinden kann. Die Gelegenheit mit den Socios bei Anacafe ihre eigenen Kaffees zusammen zu probieren ist super wertvoll für alle.

 

Für uns wird es einfacher, wenn wir bestimmte Verbesserungsvorschläge haben, wenn die Socios selber wissen, wie der Defekt / negativer Geschmack sich in der Tasse zeigt.

 

Da wir unsere Reise genau in die Ernte gelegt haben, bedeutet das für alle Beteiligten sie fehlen einen Tag mehr auf ihrer Parzelle. Leider ging es dieses Mal nicht anders, es gibt zu viel zu besprechen bzgl. Exporteur und Trocknungszeit und das Zeitfenster für Honduras ist unglücklicherweise auch recht eng, da vor allem Honeys und Naturals gecuppt werden sollen.

Umso beachtlicher ist, wie viel Zeit sich alle genommen haben für unseren Besuch und besonders Genaro und Marcos, die wegen uns sogar zweimal die Strecke nach Guatemala gefahren sind.

 

Bevor wir zu Anacafe konnten, haben wir noch einen Stopp bei einem Imbiss eingelegt, verspätetes Frühstück – da gerade eine Demo von 40 Bauerinitiativen stattfand, war die Strasse Richtung Anacafe sowieso blockiert. Nach kleiner Stärkung mit Bohnen und Käse fuhren wir dann zu Anacafe. Joses Labor ist recht klein und war mit uns allen ziemlich vollgestopft.

 

Sammelpunkt Bauern-Demo
Sammelpunkt Bauern-Demo

 

Zuerst hat Jose jedes des neun Muster gedroschen, also den Pergamino entfernt. Die Maschine hat so gut wie alles erwischt, aber dennoch musste jedes Muster von zwei, drei Leuten nachsortiert werden, damit es im Röster nicht zum Brand kommt und das Ganze umsonst ist.

 

Danach haben vier von uns erst einmal 2 Gallonen Diesel für den Generator geholt. Das gute Stück von Anacafe war brav und hat den Rest des Tages durchgehalten.

 

Nachdem die ersten zwei Muster geröstet waren, habe ich die alte Ernte geröstet in San Marcos und ein Muster von einer anderen kleinen Kooperative zum Cupping vorbereitet, um über die grundlegenden Dinge beim Cupping zu reden.

 

 

Den Unterschied zu erklären, zwischen dem was man tatsächlich schmeckt und was man schmecken möchte war erheblich schwieriger als bei den Sensorik Kursen in unserer Kaffeeschule Hamburg.

 

Die Erwartungshaltung der Produzenten an den eigenen Kaffee ist natürlich eine ganz andere als von jemanden, der nicht damit seinen Lebensunterhalt bestreitet.

 

Im Laufe des Tages sollte sich das allerdings erheblich ändern. Nachdem alle neun Muster geröstet waren, haben wir eine kurze Mittagspause gemacht in einer nahen Shoppingmall. Bei einem Stromausfall ist so etwas echt surreal, alles dunkel – die Bistros hatten etwas mehr Glück – eigene Genaratoren.

 

Am Nachmittag gab es dann zwei APPAECE Cupping Runden: einmal 4 und einmal 5 Socios, jeweils 3 Tassen. Einige der Tassen waren sehr gut, über 86 Punkte, der schwächste 82,5 Punkte – diese Mischung hatten wir schon in den Vorjahren und der Blend hat dadurch immer insgesamt bei uns 84,5 – 85,5 Punkte erreicht.

 

Gemeinsam haben wir die negativen Auswirkungen von Quäkern (unterentwickelte Kirschen), Roya und zu kurzer / zu langer Fermentation und natürlich auch all die positiven Attribute wie cremiges Mundgefühl, ausgeprägte, crispe Säure, Frucht-, Floral - und Schokladennoten und Süsse besprochen. Sowohl die socios, als auch Genaros 15 jähriger Neffen Galindo waren überrascht über die Unterschiede und die unterschiedlichen Tassen.

 

Agapito mit seinen 82 Jahren und über 70 Jahren Erfahrung als Kaffeeproduzent hat sich geduldig einen Kaffee nach dem anderen vorgenommen und sehr aufmerksam alles verfolgt und fragen gestellt. Die Kaffees von Agapito, Marcos (Socio mit Nebenjob als Schuhputzer) und Bonifacio waren besonders gut. Jose selber produziert gewaschenen Robusta, der Besitzer von dem Bistro, in dem wir Mittagessen waren hatte uns auch gebeten noch seinen Kaffee zu verkosten. Also haben Jose und ich uns um 19:00 Uhr noch eine dritte Runde gegönnt. Der Kaffeebesitzer des Bistrobesitzers war gut und der Robusta von Jose war eine echte Überraschung – der könnte es problemlos mit unserem indischen Robusta von IOFPCL aufnehmen. Im Gegensatz zu dem ist Jose jedoch keine Kooperative und der Kaffee auch nicht organic.

 

Danach hieß es Abschied nehmen, Jose blieb in der Stadt und wir machten uns auf den langen Heimweg.

 

Natürlich gab es wieder einen kleinen Zwischenstopp – um was zu essen, es ist echt unglaublich, was wir hier so verdrücken, ich bin echt verfressen, aber dass ist krass.

 

Das letzte Stück nach Corral Grande sind wir dieses Mal anders gefahren, da die Strecke von morgens, so spät abends nicht mehr als sicher genug erachtet wurde. Laut Victoriano klauen die einem nur Geld, aber um das zu kriegen, zeigen sie einem halt eine Waffe – etwas worauf wir alle gut verzichten können.

 

Bei Genaro verabschiedeten wir uns dann auch von den anderen. Nur Marcos werden wir morgen früh wieder sehen, da er mit uns nach Guatemala Stadt fährt, die anderen sehen wir wieder für ein Jahr nicht. Abschiede sind SCHEIßE....

 

Da es bei Mama Linda heute noch nix zu essen gab, gab es noch einen Imbiss (besser gesagt komplette Mahlzeit) und danach hundemüde ab ins Bett.

 

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