Tag 3 (14.09.2016)

Der Tag begann um 6 Uhr mit einem Frühstück in unserem Hotel (Papayasaft und Empanadas aus grünen Bananen) und einem langen Bad im Pool.

Danach ging es in die Cafeteria unserer Partnerkooperative, die Cafeteria APU. Hier bereiten sehr gut ausgebildete Baristi an einer zweigruppigen Marzocco Linea im Stadtzentrum sehr guten Kaffee zu.

Ich bekam einen Cappuccino. Der war sehr gut.


Unser Besuchsprogramm für heute ging mit einem Besuch der Zentrale von CENFROCAFE los. Hier trafen wir auf die Kollegin Lissethe, sie ist für die Vertraege mit Käufern zuständig.

Sie zeigte uns gemeinsam mit einem Kollegen die ganzen Strukturen vor Ort. In den grossen Hallen werden von den Farmern ihre Kaffees eingebracht. Nach dem Wiegen des Kaffees wird ein Muster 400 g Pergamino-Kaffee genommen, dieses wird gedroschen, der Anteil der exportfähigen fehlerfreien Bohnen wird gewogen, ebenso der Anteil der defekten Bohnen. Ausserdem wird die Feuchtigkeit gemessen.

Der Farmer bekommt die Wiegenote, geht damit zum Kassierer und erhält sofort einen Scheck, den er bei der Bank einlösen kann.

Die Kaffeesäcke werden mit einem Strichcode markiert, auf dem der Name des Farmers, die Zertifizierungen und der Ort sowie das Lot notiert sind. Über diesen Code können digital alle weiteren Daten abgerufen werden. Das sind die bisher eingebrachte Menge, die Varietäten, die genaue Lage, die Qualität des Vorjahres usw..

 

Die Muster gehen sofort ins Cuppinglabor. Dort wird geröstet, gecuppt und am nächsten Tag kann der Farmer das Ergebnis erfahren. Wenn der Kaffee über 83 Punkte hat, gibt es eine Prämie, bei über 85 eine weitere Prämie und ab 87 als Microlot eine Gewinnbeteiligung am Verkauf.

Das direkte Feedback kann sehr motivierend für die Farmer sein. Die Lots werden in farblich unterschiedlichen Säcken zur Verarbeitung gelagert. Blau für 85-86, Rot für Microlots, schwarz für Industriekaffee, gelb für 83-84.

 

In der Bodega wurden dieses Jahr schon 180.000 Zentner Kaffee eingebracht. Die erwartete Erntemenge wird übertroffen werden. Nach der Besichtigung und einer Pause im Cafe für die Mitglieder trafen wir den Präsidenten der Kooperative, Adan zum Gespräch.

 

Ihn sind wir aufgrund vorheriger Treffen in Hamburg und hier in Peru in sehr guter Erinnerung. Er schwärmt auf seinen weltweiten Reisen und auch vor seinen Kollegen immerzu von unserem Modell als Kollektv bei Quijote. Dass alle Beteiligten die gleichen Rechte, den gleichen Lohn haben imponiert auch hier. Das Gespräch war sehr gut und motivierend. Auch hier haben wir das Gefühl, dass wir trotz der geringen Menge von einem Container (bei 450 Containern Export dieses Jahr) sehr ernst genommen werden.

 

Unser nächster Termin führte uns zu einer Schule, in der 80 ausgewählte Jugendliche, die meisten von ihnen schon mit Berufsabschluss, alles Söhne und Töchter von Mitgliedern oder selber schon Produzenten, von sehr guten Professoren, Unternehmensberatern und weltweiten Spitzenkräften aus der Kaffeebranche in Kernbereichen geschult werden.

 

Verantwortlich für die Koordination dieses Programmes ist Alfredo Cruzado Ramirez, Projekt und Entwicklungsverantwortlicher bei CENFROCAFE. Die Schulungen haben betriebswirtschaftliche, politische, soziale und organisationstheoretische Schwerpunkte und kaffeespezifische: Rösten, Barista, Düngung, Verarbeitung, Schädlingsbekämpfung, Cupping, Vermarktung, Agronomie usw..

Wir begleiteten ca. 90 Minuten den Kurs einer sehr guten und motivierenden Unternehmensberaters zum Thema "Gruppendynamik und Motivation". Über die SEHR hohe Qualitaet und das Engagement der Lernenden war ich sehr erfreut und erstaunt. Die Kurse finden jeden Monat ein bis zweimal für 3 Tage als Block statt. Finanziert wird dieser Traum von Nachwuchsschulung durch eine britische NGO. Nach den Kursen sind die Jugendlichen so gut, dass 50 % sofort ins Kaffeegeschäft einsteigen, ob bei CENFROCAFE oder bei anderen Firmen ist dabei egal.

 

Danach gabe es ein feines Essen in der Innenstadt. Gebackenes Schweinefleisch mit einer gegrillten Banane und Reis, dazu frisch gepressten Papaya-Orangen-Saft. Den Nachmittag nutzten wir bei fast 40 Grad Celsius zur Erholung und zum Schreiben.

Ich fand mal wieder den Weg zum Pool.

Abends trafen wir uns auf einige Pisco Sour in der Cafeteria APU mit Adan, dem Praesidenten von CENFROCAFE, sowie Lissethe und zwei Frauen aus der neugegründeten Frauengruppe von CENFROCAFE.

Von den mittlerweile 3000 Mitgliedern sind nur 11 % Frauen. Diese sollen nun speziell gefördert werden und es soll auch eine eigene Marke entstehen für Kaffee, der von Frauengruppen aus der Kooperative angebaut wurde.

Ich kann mir gut vorstellen, dass dafür eine Extra-Prämie erzielt werden kann. Ausser über dieses Thema unterhielten wir uns einige Stunden über mögliche gemeinsame Projekte und Ideen, wie die Zusammenarbeit von Kooperativen und direkten Käufern verbessert werden kann.

Ein interessantes Ziel von der Kooperative ist es, für die Kaffees mit einer Score über 85 Punkten einen Mindestpreis auf dem Markt durchzusetzen der den Farmern komplett zugute kommt und Qualitätskaffee noch besser honoriert. Das ist ein sehr spannender Ansatz, den aufgrund der sicher irgendwann eintretenden Verknappung von wirklich gutem Kaffee auch durchsetzbar erscheint.

Es ging recht früh zurück ins Hotel, die anstrengenden Tage und die Zeitumstellung machen uns noch zu schaffen.

 

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