Reisebeginn COMSA März 2017

Steffi Reiseberich

26.03.2017

 

Gestern Abend bin ich in Marcala angekommen und heute ist volles Programm. Meine Notizen für die Anreise kann ich in einem Satz schreiben: Flug Hamburg-Amsterdam-Atlanta-Tegucigalpa – viel Rumgesitze im Flughafen an Flughäfen, nichts was besonders erwähnenswert wäre.

 

Normalerweise ist Sonntags alles ganz „tranquilo" (ruhig) hier, aber vor 2 Tagen hat das Kaffeefestival im Haus der Kulturen angefangen und das kann ich mir natürlich nicht entgehen lassen. Kurz gesagt, heute bekommt die Kirche ernstzunehmende Konkurrenz, wenn es ums „Fischen“ der Leute geht. Natürlich kombinieren die meisten Menschen einfach beides. Das bietet sich auch an, Kirche auf der einen Straßenseite, Kaffeefestival auf der anderen Seite.

 

Gemeinsam mit Lennons Bruder Carlos mache ich mich nach einem tollen Frühstück (Bohnenmus, Eier, Käse und Tortillas) auf den Weg.

 

Es ist gerade einmal 8:30 aber die Sonne ist schon in Hochform, der Tag wird heiß werden und der so dringend benötigte Regen wird auch heute wieder ausbleiben.

 Gestern auf der Fahrt von Tegucigalpa nach Marcala sind Eryn (Fahrer der COMSA) und ich an unzähligen Kaffeepflanzungen vorbeigefahren und die Pflanzen sind in der Blüte.

 

Noch erschöpft von der letzten Ernte wäre der Regen unendlich notwendig. Nur so kann auch der Dünger seine volle Kraft entfalten und den Pflanzen die nötigen Nährstoffe geben.

 

Abgesehen von der Hitze sind die Straßen voller Leute, Autos, Motorräder und die Militärpräsenz ist enorm. Aber irgendwie gewöhnt man sich an alles auch an Soldaten mit Hand am Gewehr neben einem Kinderspielplatz.

 

Das Haus der Kulturen ist trotz der frühen Stunde schon sehr gut gefühlt. Das Haus ist aufgebaut wie ein Atriumhaus – in der Mitte gibt es einen großen Innenhof: Hier sind mehrere Stände aufgebaut, jeder Stand symbolisiert ein Land. Vertretene Länder sind: Frankreich, Holland, China, Japan, Deutschland, Schweden, Honduras und Texas (Ja, Texas ist nicht wirklich ein Land, aber größer als so manch anderes.) – vorbereitet wurden alle Stände von den Schülern der Schule der COMSA. Die Kinder, Lehrer und viele Eltern sind in den jeweiligen Länderfarben unterwegs. Die Kleider sind farbenfroh und sehr kreativ gestaltet, auch wenn der 100% landestypische Zusammenhang manchmal auf der Strecke bleibt, Hauptsache bunt und alle haben Spaß.

 

An jedem Stand gibt es Informationen zu dem jeweiligen Land: Essen, Geschichte und wichtige Persönlichkeiten. Vor dem Stand von Schweden wurden unzählige Blumen verstreut, Blumenkränze sind auch wichtiger Bestandteil der Kostüme, leider neigen diese ab 12:00 Uhr ihre Köpfchen, wie auch die meisten Kinder und Erwachsenen: Die Sonne brennt, brennt und brennt.

 

Jeder Stand hat eine eigene Tanzgruppe die im Laufe des Tages alle einen Tanz vorführt. Verschwitzt und erschöpft raffen sich alle auf und applaudieren was das Zeug hält, die Tanzgruppen sind in Altersstufen aufgeteilt, von der ersten bis zur siebten Klasse ist alles vertreten.

  

Zur Mittagszeit gibt es auch landestypisches Essen, bei einigen Ständen Kleinigkeiten. Texas produziert Burger und Hotdogs auf Hochtouren. Der glückliche und leicht „zerfließende“ Griller heißt Mauro und ist ein ganz besonderer Typ. Mit ihm zusammen in einem Auto erfordert kein Radio, er ist das reinste Entertainment-Programm. Und seine Grillschürze ist echt cool - das Logo kommt mir irgendwie bekannt vor ;). Ein Geschenk von Quijote, Nelson hat sie letzten Mai für ihn mit nach Honduras genommen!

  

Stichwort Nelson (Chefcupper der COMSA): Natürlich ist er heute auch hier, gemeinsam mit seinem Sohn, am morgen flitzt er die Rutsche noch rauf und schwungvoll runter, ab Mittag ist er völlig erschöpft, es ist einfach wirklich verdammt heiß hier. Und leider ist seine Tanzgruppe erst um kurz nach 12:00 Uhr dran. Beim Tanzen selber, hüpft er dann aber doch wieder rum – 6 Jahre ist ein tolles Alter.

 

Abgesehen von dem Unterhaltungsprogramm gibt es auch noch einen offiziellen Teil, sprich es werden Urkunden verteilt. Einige Bürger, die sich besonders in Marcala auszeichnen, werden mit einer Urkunde bedacht: vom 15 jährigen Fußballspieler, Professorin für Geschichte bis hin zum Kaffeefarmer.

 

Da hier Kaffee das wichtigste Produkt ist, gibt es natürlich auch einen Kaffeewettbewerb, außerdem hat die COMSA das alles hier letztendlich iniziiert. Nelson und Beder (Cupper für das Certifikat DopMarcala) haben in den letzten Tagen washed und natural Kaffees verkostet.

Oscar Omar gewinnt bei den „Naturals“ - eine weitere tolle Auszeichnung für die Finca „Cual Bicicleta“ und einen außergewöhnlichen Mann.

 

Am Nachmittag geht für Nelson, Beder und Rommel (Cupper der COMSA) das Cuppen weiter – alle drei fahren heute nach San Pedro. Dort werden sie mit einigen anderen besponders guten Cuppern aus Honduras ab morgen über 300 Kaffees verkosten, so dass am Ende noch ca. 40 Kaffees übrigbleiben für die internationale Jury.

 

Ich drücke allen die Daumen für die anstehende Woche und vielleicht schafft es Nelson in die nächste Runde und kann mit den internationalen Cuppen zusammen verkosten.

Das wäre eine Riesensache für ihn und auch für die COMSA.

 

Abgesehen von Nelson, ist dies heute der Beste Ort um viele bekannte Gesichter wiederzusehen und eine Umarmung reiht sich an die Nächste. Es ist wirklich schön wieder hier zu sein.

 

Gegen 17:00 Uhr schlurfe ich wieder bei Lennons Haus durch die Tür. Eine kühle Dusche später und ich kann mich mit ca. 30 % meiner Gehirnkapazität (der Rest ist weggeschmolzen) an die Arbeit machen – für morgen muss ich noch einiges vorbereiten.

Insgesamt wollen wir dieses Jahr fast 500 Sack Honeys und Naturals importieren für Quijote und zahlreiche andere tolle Kollegen, die genauso wie wir von der herausragenden Kombination der COMSA begeistert sind: demokratische Kooperative, Qualität und Organic.

 

Dieses Jahr haben wir uns gemeinsam die Ziele noch höher gesteckt für unser gemeinsames Honey / Natural-Projekt. Mehr Details dazu in Kürze: Die zweite Dusche des Tages ruft...

 

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