Anreise-Odyssee für kleinen Pinguin Teil 1

Eigentlich sollte ich gestern nach Atlanta fliegen. Ich kam aber nur bis Boston, wo ich eigentlich auf meiner Strecke von Hamburg über Amsterdam umsteigen sollte. 

 

Als ich mit einer Stunde Verspätung in Boston um 16.30 Uhr ausstieg, freute ich mich eigentlich noch, dass die Wartezeit so nicht so lange dauern würde. Falschs gefreut. Mein Flug war für 22.00 annonciert, statt wie geplant um 19.00 Uhr. So machte ich noch einen Ausflug in die Innenstadt von Boston mit dem unterirdischen Bus.

 

Nach einem Spaziergang an den alten Hafenanlagen fuhr ich zurück und erfuhr, dass mein Flug gecancelt wurde und ich umgebucht wurde auf 22.30 Uhr, den nächsten Flug. Grund fü das Chaos war ein großer Gewittersturm über Atlanta. Nichts startete mehr, nichts landete mehr.

Eine halbe Stunde später war dann auch mein Ersatzflug gestrichen. Nun durfte ich wieder Schlange stehen am Delta Service Schalter - so ungefähr eine Stunde.

Belohnung dafür war, dass ich erfuhr, dass es keine weiteren Ersatzflüge geben würde, sie mir auch kein Hotel bezahlen und leider nichts zum Essen oder trinken anbieten können.

Geile Fluggesellschaft....

Dafür erzählten sie mir aber, dass ich bei den Gepäckbändern der Inlandsflüge schlafen dürfte.

Leider gibt es dort nur Anti-Liege=Stühle gegen Schläfer.

 

Ich organisierte mir also ein Feldbett und legte mich unter eine Rolltreppe.

 

War der beste Platz dort, aber direkt neben mir war eine Bewegungs-Kunstinstallation aufgebaut: Eine riesige Murmelbahn hinter Glas. Mit Glockenspiel und zwar jede Minute.

Praktisch. So wurde ich jede Minute geweckt, falls ich überhaupt geschlafen haben sollte und musste mir keine Gedanken ums Verschlafen am nächsten Morgen machen.

 

Um 3.30 Uhr hiesiger Zeit war ich also ausgeschlafen, NICHT.

Nun stand ich eine Stunde am Check/In an, um zu erfahren, dass sich nichts getan hatte. Aber immerhin war mittlerweile mein Aufgabegepäck aufgetaucht. Ich konnte Wäsche wechseln nach einem 30 Stunden Flug und einer Nacht unter der Rolltreppe neben der Murmelbahn...

Um 4.30 Uhr war ich durch und Delta ließ ein Wunder geschehen - gratis Starbuckskaffee!

War genauso eklig wie der Rest des Beginns der Reise.

 

 

Ich bekam tatsächlich Platz "8" in der Standbyliste und stellte mich brav am Schalter an. Immer wieder wurden allerdings Leute vorgezogen, die einen hinteren Platz in der Standbyliste hatte, die Umbuchung derer Flüge wäre für Delte teurer gekommen als in meinem Fall.
Das bekam ich aus Gesprächen von Delta Angestellten mit. Mein Platz blieb also auf 8, während immer mehr Leute durchgelassen wurden. Es waren noch 8 Plätze übrig, als es endlich losging mit dem Boarding. Ich hatte meinen Platz sicher, da es auch noch 6 freie Plätze in der Business gab.
Als die ersten Menschen in die Gangway gingen wurde die Angestellte am Schalter des Boardings plötzlich blass und STOTTERTE, dass der Flug leider ausfallen müße, da es keine Piloten in Boston gebe.
Kein Backup für diesen Flug. Es wurde etwas unruhig, da zu den gestern gestrandeten 1500 Leute nun auch noch etliche hundert von heute dazukamen.
Die nächsaten freien Plätze nach Atlanta gab es also Samstag. Wenn ich das von Delta einen Tag früher erfahren hätte, oder auch nur 8 Stunden früher, hätte ich einfach einen Platz bei Southwest oder American buchen können.
Die hatten Ersatzpersonal und Ersatzflieger. Den Flug hätte es für 200 Dollar gegeben. Heute morgen liefen Leute herum, die ihre Plätze für 3000 Dollar anboten. Die anderen Fluggesellschaften waren nun auch bis Samstag ausgebucht.
Delta schiebt das Ganze und auch die Folgeerscheinungen aufs Wetter, so sind sie nicht in der Pflicht, Hotels, alternative Flüge und noch nicht einmal Erfrischungen oder Essen zu bezahlen.
Ich musste nun wieder 2 Stunden in der Schlange stehen, um meinen Flug nach Quito umzubuchen. Atlanta war also definitiv gestorben. Ein wirklich wichtiges Treffen, auf das ich mich gut vorbereitet hatte und das einen sehr guten 1 zu 1 Austausch mit anderen Topkollegen aus der Branche über 2 Tage ermöglicht hätte, sowie das Ausarbeiten gemeinsamer Zukunftsstrategien mit Counter Culture, Intelligentsia und Coffee Collective.
Ich bin so frustriert wie selten zuvor in meiner Arbeit als Kaffeeimporteur.
Und wütend auf diese ....., die einfach ein paar Dollar sparen wollen.
Natürlich gibt es Vertragspiloten, natürlich kann man um die Ecke in New York oder Boston Flugzeuge chartern.
Für mich selber ist das einfach nur sehr ärgerlich und teuer. Und ich fliege in einer Jahreszeit nun weiter (hoffentlich klappt das mit dem Flug am Samstag), die eigentlich gar keinen Sinn macht in Ecuador und beschissen ist mit Unwetter dort (schlimmer als in Atlanta...) und einer ekligen politischen Situation.
In der Schlange vor mir standen aber vielköpfige verzweifelte Latinofamilien mit heulenden Vätern, völlig übermüdeten Kindern und behinderten Großeltern im Rollstuhl. Sie hatten jahrelang auf die gemeinsame Reise "nachhause" gespart und sitzen nun tagelang in Ungewissheit in einem beschissenen Flughafen.
Delta stellt weder Essen, noch Getränke. Zahlt wie gesagt weder Unterkunft noch Umbuchung. Nachdem ich zum Beispiel 2 Stunden in der Telefonhotline festhing, deren Nummer uns von völlig überarbeiteten Delta Angestellten ausgehändigt wurde, bekam ich von der Hotline den tollen Tipp, mich an einem Delta Schalter am Flughafen anzustellen, da sie mir nicht helfen könnten.
Wahnsinn. 
Familien mit Kindern und Grosseltern, die nun 3 Tage im Flughafen festhängen. Ein Hotel hier kostet momentan 400 Dollar pro Nacht. Ich bin also sehr gut dran und verpasse nur das geile Treffen in Atlanta.
Ich mietete mir also einen Frustmietwagen von Budget, bekam ein unfreiwilliges Upgrade (auf meinem Parkplatz stand statt einem Lupo versehentlich ein Passat mit allen Extras.
Ich buchte mir ein klassisches Motel in Hampton in der Nähe von Portsmouth, fuhr dahin, kaufte ein Sixpack Torpedo IPA von Sierra Nevada.
Ich machte einen schöne Fahrt durch den sehr starken Schneeregen nach Norden, sah viel schöne Landschaft und legte mich im Motel für zwei Stunden hin.
Etwas ausgeruht fuhr ich in der Gegend rum und bekam einen riesigen Teller Seafood in einem traditionellen alteingesessenen Restaurant. 
Sehr müde fiel ich um 19.30 Uhr ins Bett.
Morgen wird etwas besseres Wetter, wenigstens soll es wenig regnen bei 3/5 Grad Celsius. So kann ich Ausflüge machen.

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