1. April - Fiesta für die Erntehelfer

01.04.2017, Samstag

 

Heute Nacht hat es das erste Mal etwas geregnet, leider nur ca. 20 min, was ungefähr so ist, als würde man einem Elefanten mit einer Pipette Wasser geben.

Nichtsdestotrotz, diejenigen die jetzt noch auf dem Patio (Hinterhof) Kaffee für sich oder den heimischen Markt trocknen, mussten zusehen, dass die Kirschen schnell abgedeckt oder weggebracht werden konnten.

Eine ordentliche „Dusche“ ist für den empfindlichen Fermentationsprozess nicht besonders hilfreich und die Chance auf eine saubere (fehlerfreie Tasse) schwindet. Das ist für den lokalen Markt auch nicht erforderlich, aber muss ja nicht sein.

Da die hiesigen Wetterberichte schon seit 3 Monaten mindesten 2-3 mal pro Woche Regen voraus sagen, sind mittlerweile die meisten überrascht, wenn es dann wirklich mal wieder regnet.

Es gibt abgesehen von dem Hightech-Zeug auch einen Vogel hier, etwas größer als eine Amsel und schwarz mit einem durchdringenden Ruf: Schreit der Vogel, dann regnet es! Klare Regel!

Allerdings ist der Vogel aktuell genauso souverän, wie der Computer / Handykram.

 

Abgesehen von den paar Minuten Regen, bedeutete diese Nacht etwas mehr Schlaf – Frühstück um 8:45.

Danach ging es für mich dann wieder in das Beneficio Seco, Muster einsammeln – insgesamt 9 Stück sind meine Tagesbeute (ca: 187 Sack), diese werden Montag morgen geröstet und dann am späten Nachmittag geröstet.

 

Im Anschluss habe ich es mir in der Cafeteria des Beneficios gemütlich gemacht, hier können die Angestellten selber kochen oder Essen kaufen.

Wasser und Kaffee steht hier natürlich immer bereit. Ohne Wasser geht hier gar nix, die meisten arbeiten körperlich sehr schwer hier, entweder beim Container beladen, Säcke abfüllen, Silos füllen und vieles mehr.

Das Beneficio von der COMSA ist bisher das Einzige bei dem ich je gesehen habe, dass die Säcke mit Sackkarren zum Container bewegt werden.

Normalerweise hilft ein Mann dem anderen die 69 kg schweren Säcke auf den Rücken zu werfen und der macht sich dann damit auf den Weg. Meistens im Laufschritt, da die Arbeiter oft pro Sack bezahlt werden.

Eine Sackkarre ist da natürlich wesentlich rückenschonender und in jedem Bereich effizienter.

 

Der „Regen-Vogel“ schreit übrigens gerade wieder ! Also regnet es heute wieder!

 

Zur Mittagszeit ging es dann mit Liliana, dem Chef des Beneficio Secos und dem Geschäftsführer der COMSA Rodolfo und seiner Frau zu einem ganz speziellen Farmbesuch.

Kleine Scherzfrage am Rande: Wieviele Leute passen in einen Toyota mit 8 Sitzen?

Die Antwort: 12. Allerdings nur wenn die 4 Kinder oder sehr schlanke Teenager sind.

 

Also wir waren zu 12 im Auto, begleitet von Mozartmusik. Nach ca. 45 Minuten sind wir auf der Farm von Jorge Muños angekommen.

Grund für den Besuch: Heute war der letzte Erntetag auf seiner Farm und er hat ein großes Essen für alle Pflücker, Arbeiter und natürlich ihre Familien ausgerichtet - ca: 40 Leute, begleitet von eine Live-Band und im Laufe des frühen Nachmittags abgelöst von einem Kassettenrecorder.

Das Essen war wie immer super lecker: Reis mit Gemüse, eingelegtes scharfes Gemüse, Salat, Rindfleisch und Tortillas und Käse.

Die Begeisterung fürs Tanzen hielt sich in Grenzen. Die gesellschaftlichen Klassenunterschiede zwischen Farmbesitzer und Pflücker sind deutlich spürbar.

Nur kurzzeitig hüpfte das ein oder andere Kind zur Musik wild herum, oder ein Vater tanzte mit seiner kleinen Tochter, ansonsten hat sich nur Rodolfo mit der Mutter von Jorge auf den Tanz-Rasen gewagt.

Wie immer eine flotte Sohle, Rodolfo ist wirklich einmalig: immer freundlich, kennt sämtliche Produzenten, Kinder, Erntehelfer, Kuhtreiber – gefühlt einfach jeden und natürlich Zahlen, Zahlen und noch mehr Zahlen – wie viel Sack für welchen Käufer, wie viele Container wann und wie und bei über 400 Containern dieses Erntejahr ist das schon wirklich beeindruckend.

 

Zu dem Fest sind auch einige Nachbarn gekommen und einige von ihnen sind an unserem gemeinsamen Projekt mit der COMSA beteiligt und bereiten Honeys und / oder Naturals mit auf. 
Da ich immer meine gesamten Cupping-Ergebnisse bei mir habe, kann ich stets über die Resultate berichten und die sorgen meistens für ein breites Grinsen: Bei dem Produzenten und bei mir. :D

 

Nach dem Essen ging es dann zurück nach Marcala, dieses Mal ohne Mozart, dafür mit Lovesongs: Kombi Radio und Teenie-Mädchen.

Und die haben echt gut gesungen.

 

 

Abschließend haben wir die Klimaanlage im Cafe „Aroma“ genossen, begleitet von selbstgemachten, köstlichen Erdbeershakes.

 

Vorbeikommen?

Unsere Öffnungszeiten

sind Montag und Donnerstag

von 11:00 - 13:30 und 14:30 - 17:00 Uhr.
An diesen Tagen sind wir sicher in der Rösterei, die anderen Tage benötigen wir Ruhe für andere Dinge.

FAQ

Hast du Fragen? Vielleicht findest du die Antwort hier!

Newsletter Bestellen

Möchtet Ihr die wichtigsten Informationen über Quijote regelmäßg erhalten?
Einmal im Monat verschicken
wir News, oft auch inklusive
Spezial-Angebote.
Falls sich ein Elefant in den
Röster verirrt, gibt es einen
Sondernewsletter. Versprochen!

Kaffeeschule HAMBURG

Facebook